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awogfli

Awogfli - Bookcroc

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Gletschergrab: Island Thriller
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Es gibt bessere Kurzgeschichtensammlungen von Dick

Paycheck - Die Abrechnung - Philip K. Dick

Paycheck ist eine Reihe von 12 Kurzgeschichten von Philip K. Dick, von denen nur 8 wirklich gut sind. Wenn Ihr das Buch bereits daheim habt, ist es durchaus mit 3,5 Sternen zu bewerten und lesesenswert, wenn nicht, gibt es eine weitaus bessere Alternative für Euch: Besorgt Euch "Der unmögliche Planet", eine Sammlung von 30 der besten Kurzgeschichten Dicks, denn bis auf zwei Geschichten sind alle guten Stories dieses Buches auch dort versammelt und noch viel mehr guter Stoff als Draufgabe. Aber nun die Übersicht, damit Ihr Euch selbst ein Bild machen könnt:

 

 

1. Paycheck - gut - nur in diesem Buch
2. Nanny - grandios - auch im Unmöglichen Planeten
3. Johns Welt - mittelmäßig - nur in diesem Buch
4. Frühstück im Zwielicht - langweilig - nur in diesem Buch
5. Kleine Stadt - vorhersehbar, mittelmäßig - nur in diesem Buch
6. Das Vater Ding - grandios - auch im Unmöglichen Planeten
7. Zwischen den Stühlen - grandios - nur in diesem Buch
8. Autofab - grandios - auch im Unmöglichen Planeten
9. Zur Zeit der Perky Pat - grandios - auch im Unmöglichen Planeten
10. Allzeit bereit - mittelmäßig das Ende passt gar nicht - nur in diesem Buch
11. Ein kleines Trostpflaster für uns Temponauten - sehr gut - auch im Unmöglichen Planeten
12. Präpersonen - grandios und fürchterlich - auch im Unmöglichen Planeten

Also wenn Ihr die Wahl habt, nehmt den Unmöglichen Planeten.

Lediglich um Geschichte 7 wäre mir wirklich leid. Diese Story erinnert mich ganz frappant an unsere derzeitige Wahlsituation in Österreich. Zwei völlig verfeindete Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die Puristen und die Naturalisten. Das groteske an der politischen Situation ist, dass es vordergründig hauptsächlich um Achselschweiß und Mundgeruch geht, die Naturalisten (eher die Landbevölkerung) lehnen es ab, sich die Schweißdrüsen entfernen und sich die Zähne richten zu lassen. Don sitzt zwischen den Stühlen, denn er lebt nach dem Motto "Leben und leben lassen" und will Toleranz üben. Leider hat er nicht mit dem Fanatismus beider Parteien gerechnet.

Zum Cover möchte ich dieses Mal auch etwas schreiben. Selten ein so deplaziertes, schlechtes Bild gesehen. Auf der Vorderseite prangen doch tatsächlich wie bei einem Filmplakat die Gesichter der Hauptdarsteller von Paycheck: Ben Affleck, Uma Thurman und noch irgendein Schauspieler, den ich nicht kenne. In Anbetracht der Tatsache, dass Paycheck genau ein Zwölftel des Buchinhaltes ausmacht, weil sie einfach nur eine unter vielen anderen Kurzgeschichten ist, stellt somit dieses fürchterliche Cover nicht nur eine Beleidigung für mein Auge, sondern auch noch eine glatte Themenverfehlung dar. Da lobe ich mir die uni-färbige Heyne Ausgabe der restlichen Dick'schen Romane (leider bereits vergriffen).