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Awogfli - Bookcroc

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Jens Harder
Gletschergrab: Island Thriller
Arnaldur Indriðason

Buogiorno in Italia Asterixo

Asterix 37: Asterix in Italien - Jean-Yves Ferri, Didier Conrad, Klaus Jöken

Was ich vom neuen Asterix halte? Er ist nett ([nettttt] ausgesprochen mit möglichst vielen T’s und einem etwas genervten Gesichtsausdruck garniert) und das ist genauso mittelmäßig bis beliebig, wie es sich anhört.

Warum ich glaube, dass ich ein faires Urteil abgeben kann, ist auch schnell erklärt:

1. Ich kriege nicht gleich eine Panikattacke mit Schnappatmung, wenn die typische Asterix Einleitung auf den ersten beiden Seiten fehlt, im Gegenteil, ich bin offen für Neues.

2. Ich bin auch keine reine Puristin des Duos René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo. Ich habe nie dem unvergleichlichen subversiven Humor von Goscinny mit einem zerdrückten Tränchen im Augenwinkel nachgetrauert, der nach seinem Tod nie wieder in der Qualität erreicht wurde, denn auch bei den alten Asterix Heften gibt es meiner Meinung nach bessere und schlechtere.

3. Der letzte Asterix „Der Papyrus des Cäsar“  vom neuen Duo Zeichner Didier Conrad und Texter Jean-Yves Ferri hat mir ausnehmend gut gefallen. Eine wundervolle Kritik an klassischem Journalismus, traditionellen bzw. neuen sozialen Medien und Bildung von Memes. Dieser Asterix hatte mitunter ein durchgängigeres Thema als viele alte Geschichten und war fast besser als einige der Urgesteinsausgaben. Jetzt ducke ich mich gleich weg, wenn von Euch die Wildschweine in meine Richtung fliegen.

Nun aber zurück zu dieser Geschichte, warum ich sie derart seicht und beliebig empfinde. Der Inhalt ist diesmal relativ knapp erzählt. Ein Wagenrennen von Monza nach Neapel. Schiebung und Betrug beim Wettkampf, damit die Römer siegen (Moment! hatten wir das nicht schon bei Band 12 Asterix bei den Olympischen Spielen thematisiert?). Ein paar Witzchen mit italienischem Lokalkolorit in Bezug auf die kulinarischen Besonderheiten: eine Urform der Pizza, Pasta, alles wird in Scheiben geschnitten und der Käse zu Krümeln gerieben. Das Wiedersehen mit ein paar liebgewonnenen Figuren – die Piraten machen auch mit beim Wagenrennen und gut gezeichnete neue Charaktere wie die ägyptischen Mädls. Und last but not least in Neapel ein mäßig gelungener Schmäh am Ende, aber nun habe ich ohnehin schon genug gespoilert. Das wars leider schon. Moment! Zweimal habe ich mich ob der modernen Bezüge zu Industrie 4.0 und Losgröße eins doch noch gut amüsiert. Auf dem CEltischen Markt für Brauchtum und Innovative Technik - CEBIT - gabs personalisierte Schilde, neue Produkte wie leichte Hinkelsteine aus Bimstein und Prototypen von Wagen beim Erlkönix Stand. Bedauerlicherweise sind zwei Schmunzler auf 46 Seiten einfach zu wenig.

Fazit: Für unverbesserliche Hardcore Fans – durch dieses Jammertal müsst Ihr leider durch, aber ganz so schlimm ist es dann auch wieder nicht. Für Gelegenheitsasterixliebhaber - lest einen anderen Band zum Beispiel Nummer 36 „Der Papyrus des Cäsar“.