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Falco: Die Legende lebt. Die Graphic Novel - Reinhard Trinkler

Heute wäre Hansi Hölzl aka FALCO 60 Jahre alt geworden. Weiters jährte sich sein Todestag am 6. Februar zum neunzehnten Mal. Bei uns in Österreich wurde aus diesem Grund gleich der ganze Monat zum Gedenken an den Popstar ausgerufen – Vernissagen in Wien, Gedenkfeiern, Dokumentationen, Filmportraits etc… feiern derzeit fröhliche Urständ. Der Autor Reinhard Trinkler hat sich zu diesem Anlass etwas ganz besonderes dazu einfallen lassen: die Falco Biografie als Graphic Novel. Nun stellt sich die Frage: War das eine gute oder eine schlechte Idee?

Eines muss ich bei dieser Rezension gleich vorwegschicken, damit Ihr meine Beurteilungen auch gleich im richtigen Licht interpretieren könnt: Erstens kenne ich mich im Genre Graphic Novel nicht so gut aus, ich kann also die Zeichnungen nicht ganz so gut beurteilen, wie es für Profis nötig wäre, sondern nur feststellen, ob sie mir gefallen oder nicht. Zweitens ICH BIN EIN FAN – und nicht so ein lascher „Falco war schon sehr gut – Fan“ der den Künstler erst nach den Hitparadenerfolgen vom Kommissar oder Rock me Amadeus entdeckte, sondern ein richtig leidenschaftlicher seit den 80er Jahren. Seitdem der Falke bei einem Drahdiwaberl-Konzert für den Stefan Weber, der sich in jedem Song in ein neues Outfit warf und dafür einen Pausenfüller brauchte, „Ganz Wien“ sang, war es um mich geschehen. Insofern könnte es natürlich sein, dass die schwarze Ray-Ban Brille, die ich mir immer aufsetze, wenn es um Falco geht, mich etwas meiner ansonsten gut ausgeprägten Kritikfähigkeit beraubt.

Aber wie gefällt mir nun die Biografie im Comic Style? Ich liebe sie!!! Die wichtigsten Stationen Falcos, sowohl beruflich als auch privat, sind erstens vollständig vorhanden und zudem wundervoll beschrieben bzw. gezeichnet. Wer glaubt, die gefühlsduseligen Szenen mit seiner Mutter, seiner Lebensgefährtin und seiner Tochter wären zur rührselig übertrieben, dem sei gesagt, das arrogante Arschloch existierte vor allem als Rolle, um der feinen koksenden Wiener Gesellschaft und der Musikindustrie der 80er Jahre einen grauslichen Zerrspiegel vorzuhalten. Wenn ich mir denke, wie viele „Falco-Typen“ damals im Wiener Bermudadreieck durch die Lokale gezogen sind, so war es absolut notwendig, dass endlich einer kam, um diese Szene durch Überspitzung einer unsympathischen Prototypfigur – auch Wiener Schnösel genannt – mal ordentlich zu verarschen. Privat war Falco meist ganz anders und wohnte ja auch lange nicht in Wien sondern mit seiner Familie bei mir in der Nähe auf dem Land in Gars am Kamp.

Zeichnerisch und inhaltlich sehr innovativ gefällt mir am Comic von Reinhard Trinkler am besten, dass einige der wichtigsten Lieder als Zeichnungen verewigt sind, und teilweise mehrere Strophen der Songs als Text in die Grafik einfließen. Der Zeichenstil ist wie bei vielen modernen Grafischen Novellen ein bisschen wie ein Wimmelbild angelegt, sodass der Leser auch beim erneuten Lesen noch etwas Neues entdecken kann. Für eine komplette Biografie fehlen natürlich einige Hintergrundinformationen, aber das kann ja auch gar nicht der Anspruch dieser grafischen Ausdrucksform sein. Auf jeden Fall wurden die wichtigsten und wesentlichsten Meilensteine grandios dargestellt. Wer nun interessiert ist, und Falco auch abseits seines Images näher kennenlernen will, dem empfehle ich die sehr gute und relativ aktuelle Filmdokumentation von  bei Dolezal&Rossacher   über das Wesen von Falco. Seit dieser Woche gibt es eine grandiose brandneue Doku von Rudi Dolezal – Die ulitmative Doku zum 60. Geburtstag, die tatsächlich neue Fakten zu den letzten Jahren und zum Tod des Musikers ausgegraben hat (Ausstrahlung Deutschland: 19.2. Kabel 1 20:15).

Fazit: Für einen Falco-Fan das absolute Must-Have zum Jubiläum, für Liebhaber des Genres Graphic Novel aber auch nicht schlecht.